Schülerrecht: Warum bekommt man Hausaufgaben?

Der Sinn von Hausaufgaben ist meist, dass man das Gelernte zu Hause nicht sofort aus dem Gedächtnis verliert, sondern sich auch nach der Schule noch mal mit dem Thema beschäftigt. Das heißt, es geht darum, zu Hause noch einmal mit dem Stoff in Kontakt zu kommen. Außerdem werden Hausaufgaben von Lehrern gerne für Aufgaben, die sich im Unterricht nur schwer durchführen lassen (wie zum Beispiel Recherche oder lange Texte), genutzt.

Zumindest wenn es um das reine Wiederauffrischen geht, ist es eigentlich Geschmacksache: Mag man es lieber, wenn der Lehrer eine klare Aufgabenstellung gibt und man diese einfach erfüllen muss oder ist man so selbstständig, alles Nötige vor dem nächsten Unterricht zu wiederholen? Denn das sind die beiden Möglichkeiten die man hat – tatsächlich sollte jeder wissen, dass man mit der dritten Möglichkeit – nichts tun – nicht besonders weit kommt.

Übrigens: Wenn der Lehrer sich für die Version entscheidet, den Schülern vorzuschreiben, was sie zur Wiederholung zu tun haben, dann ist man als Schüler laut dem Schulgesetz §42 Artikel 3 dazu verpflichtet, die Hausaufgaben zu machen – genau, wie man als Schüler  auch die Pflicht hat “daran mitzuarbeiten, dass die Aufgabe der Schule erfüllt und das Bildungsziel erreicht werden kann.” Allerdings steht dort nicht, wie genau diese “Mitarbeit” aussehen soll…

Schülerrecht: Muss man Zeugnisse kriegen?

Das Schulgesetz NRW schreibt in §49 vor, welche verschiedenen Zeugnisse es gibt und wann sie erteilt werden müssen. Dabei steht schon am Anfang: “Schülerinnen und Schüler erhalten am Ende des Schuljahres und in der Regel am Ende des Schulhalbjahres oder des entsprechenden Ausbildungsabschnittes ein Zeugnis über die erbrachten Leistungen oder eine Bescheinigung über die Schullaufbahn.” Also kurz gesagt: Ja – am Zeugnis führt kein Weg vorbei.

Aber selbst wenn das Zeugnis nicht gegeben werden müsste – was wäre die Alternative? Im eigentlichen Sinne dient das Zeugnis vor allem dazu, die Leistung des Schülers zu beurteilen. Es soll also einen Überblick geben, welche Stärken und welche Schwächen der Schüler hat. Wenn man die Zeugnisse abschaffen würde, wäre das nicht mehr so einfach möglich. Deshalb wäre es wohl kaum möglich, Zeugnisse – und damit auch das Abitur – abzuschaffen.

Andere Möglichkeiten wären, den Druck, der mit den Zeugnissen einhergeht, zu mildern. Zum Beispiel in puncto Sitzenbleiben. Ein Konzept, dass nicht nur in Deutschland durchaus umstritten ist. Denn die Wirksamkeit ist fraglich – über die Hälfte der Schüler verbessern ihre Leistungen im zweiten Jahr nicht – einige werden sogar schlechter.

Am Zeugnis selbst lässt sich nicht rütteln – wohl aber an seiner Bedeutung. Denn nicht jedes Zeugnis sollte mit Druck verbunden sein…

Muss man um 8 Uhr Schule haben?

Nein, im Prinzip nicht. Wenn ihr zur zweiten Stunde Unterricht habt, beginnt der Unterricht ja auch erst um 8:50 Uhr.

Allerdings muss auch die erste Stunde nicht zwingend um 8 Uhr beginnen. Schulen können auch festlegen, dass der Unterricht erst um 8:15 Uhr oder noch später beginnt, genauso kann der Unterricht natürlich auch um 7:45 Uhr beginnen. Gerade Grundschulen haben damit schon experimentiert und sind zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Die meisten sprachen sich aber für einen Schulbeginn ungefähr um 8 Uhr o. ä. aus, weil sich sonst der Unterricht zu weit in den Nachmittag hineinzieht – Stichwort Campustag…

Es ist wirklich die Frage, ob es sich lohnt, eine halbe Stunde länger zu schlafen und dann 30 Minuten später aus der Schule zu kommen.

Muss man so viele verschiedene Fächer haben?

Im Prinzip lässt sich an der Anzahl der Fächer nicht viel ändern. Man kann also nicht einfach kein Chemie mehr unterrichten, denn welche Fächer unterrichtet werden, wird von der Landesregierung festgelegt. Die gibt den Schulen so genannte „Stundentafeln“, die angeben, welche Fächer wie oft unterrichtet werden müssen.

Allerdings ist dort nicht genau angegeben, wann welche Fächer unterrichtet werden. In welchen Halbjahren ihr also beispielsweise Chemie habt, wird von der Schule bestimmt. Von der Regierung wird nur bestimmt, dass ihr in den Klassen 7-9 eine gewisse Anzahl an naturwissenschaftlichem Unterricht bekommen müsst. (Wenn ihr euch die Stundentafel für die Sekundarstufe I von Gymnasien angucken wollt, klickt auf den Link)

In den Stundentafeln ist übrigens auch festgelegt, wie viel Unterricht ihr wöchentlich bekommen solltet. Wenn ihr also meint, dass euer Stundenplan viel zu lang ist, dann solltet ihr einen Blick in die Stundentafeln riskieren. Aber macht euch nicht zu große Hoffnungen, der Rahmen der Wochenstunden ist recht groß…

Für Leute, die die Stundentafeln nicht verstehen: Die Wochenstunden werden pro Jahr addiert. Das heißt, wenn bei Deutsch in Klasse 7 bis 9 eine 11 steht, könntet ihr zum Beispiel in der 7. Klasse 4, in der 8. Klasse 3 und in der 9. Klasse wieder 4 Wochenstunden Deutsch haben. Natürlich darf sich das auch im Halbjahr ändern, wichtig ist, dass man am Ende wieder auf die 11 kommt.

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